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Oberbalbach: Modellprojekt des Landes-Baden-Württemberg

Eine Weltwissen-Vitrine nicht nur für Kinder

Von insgesamt rund 200 Interessenten kamen 93 in die engere Wahl, von denen am Schluss lediglich 20 übrig blieben: Mit dabei unter dieser fast "elitären" Auswahl befindet sich allerdings Oberbalbach, der Stadtteil, in dem jetzt seit August vergangenen Jahres bereits das Modellprojekt des Landes Baden-Württemberg, "Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige", läuft.

Der Begriff "Haus" steht hier zwar nicht für "unter einem Dach", aber für eine enge Kooperation zwischen dem örtlichen Kindergarten und der Grundschule, einem "Ableger" der Balbachschule in Unterbalbach. Nach inzwischen schon zahlreich getätigten Schritten geht man daran, nunmehr die nächste Stufe der Erfolgsleiter zu erklimmen. Dazu findet am heutigen Mittwoch um 20 Uhr im Pfarrsaal von St. Georg ein gemeinsamer Elternabend statt, bei dem nicht nur diverse Filme die bisher bundesweit einmalige frühkindliche Maßnahme des Stuttgarter Kultusministeriums veranschaulichen, sondern auch der weitere Ablauf besprochen wird.

Schließlich erfolgt am 5. Juni der Startschuss zum Bildungsvorhaben "Weltwissen-Vitrine", und zwar mit Dr. Donata Elschenbroich, der Autorin der Bestseller "Weltwissen der Siebenjährigen" und "Weltwunder - Kinder als Naturforscher".

Von Dr. Elschenbroich, die ebenso mit ihrem Mitarbeiter Dr. Otto Schweitzer den Entwicklungsprozess über ein Jahr filmisch begleiten und damit dokumentieren wird, stammt auch die Idee zu dieser Einrichtung, eine neue Form der Aktivierung von Eltern.

"In einer Weltwissen-Vitrine, einem Glasschrank im Eingangsbereich des Kindergartens und der Grundschule, sind Alltagsgegenstände und Werkzeuge ausgestellt, auf die man nicht in allen Elternhäusern zugreifen kann. Es handelt sich dabei um Dinge und Instrumente, die der Mensch im Laufe der Kulturgeschichte entwickelt hat, eben greifbare Ergebnisse menschlicher Zivilisationsleistungen.

Es sind keine Spielzeuge, aber alle Kinder finden sie faszinierend; sie wollen mit diesen universell bedeutenden Dingen umgehen lernen - und sie bilden sich dabei", erklärten dazu unisono die Grundschullehrerin Silvia Schmieg und die Erzieherin Martina Markert.

Aus dieser Vitrine dürften dann Eltern und Kind jeweils nacheinander einen Gegenstand ausleihen und in heimischer Umgebung untersuchen, wobei man die Resultate in einer Art "Arbeitspapier" festhalte, so die beiden federführenden Damen. Schmieg und Markert blieben deshalb zuletzt nicht untätig, im Gegenteil: Rund 60 Exponate aus früherer und heutiger Zeit wurden seit etwa Mitte April gesammelt, beispielsweise eine Kaffeemühle, ein Webrahmen, eine Briefwaage, ein Rechenschieber oder gar einen Krauthobel, aber auch ein Locher bis hin zu Essstäbchen.

Unterteilt in die verschiedenen Altersstufen befinden sich künftig drei dieser "Wunderkammern des Lernens" für Drei- bis Siebenjährige im Kindergarten, während eine weitere spannende "Fundgrube" den Erst- und Zweitklässlern in der Grundschule zur Verfügung steht.

"Natürlich richtet sich die jeweilige Auswahl an die speziellen Gruppierungen", zeigten sich die Pädagogin und die Erzieherin von der positiven Ausstrahlung ihres neuesten Projektes überzeugt.

"Als einer der Schwerpunkte bei den Bildungshäusern für Drei- bis Zehnjährige gilt ja, auch die Eltern stärker mit einzubeziehen, damit sich daraus eine echte Bildungs- und Erziehungspartnerschaft entwickelt." bix

 

Fränkische Nachrichten vom 07. Mai 2008

 
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