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Fränkische Nachrichten vom 30.04.2012:

Verständigung untereinander fördern
Jugend-Integrationsgipfel: Oberbalbacher Abiturient Marco Hess war in Berlin dabei / Breite Palette an möglichen Hilfestellungen herausgearbeitet

Marco Hess mit Staatsministerin Böhmer
Viele neue Kontakte geknüpft: Einen wesentlichen Beitrag zum Jugend-Integrationsgipfel in Berlin leistete auch der 18-jährige Abiturient Marco Hess aus Oberbalbach, hier mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer.

OBERBALBACH. Was können Jugendliche konkret zum Gelingen von Integration beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des sogenannten Jugend-Integrationsgipfels, der kürzlich zum dritten Mal über zwei Tage in Berlin stattfand. In vier Workshops erarbeiteten hier 100 Jugendliche mit und ohne Migrations-Hintergrund aus ganz Deutschland gemeinsam Aktionspläne - mit dabei auch der 18-jährige Abiturient Marco Hess aus Oberbalbach, den man nach einem Bewerbungsverfahren ausgewählt hatte, bei dem Schüler aller Schulformen, Studenten und Auszubildende zum Zuge kamen.

Wie bei der Auftaktveranstaltung, an der auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel teilnahm, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Professor Dr. Maria Böhmer, die 16- bis 25-Jährigen informierte, gehe es bei dem zweitägigen Treffen in vier Workshops um die Themen "Bildung und Integration", "Medien und Integration", "Bürgerschaftliches Engagement und Integration" sowie "Konflikte zwischen den Generationen". Gemeinsam wolle man über diese Komplexe diskutieren und danach Pläne erstellen, hieß es, dies alles unter dem Aspekt, was gerade Jugendliche für eine bessere Integration von Menschen mit Migrations-Hintergrund leisten könnten.

Nach einer Runde zur thematischen Einstimmung, moderiert von einer Mitarbeiterin des ZDF, verteilten sich die Jugendlichen auf die einzelnen Arbeitskreise, wobei sich Marco Hess im Bereich "Bürgerschaftliches Engagement und Integration" einbrachte. Wie der Oberbalbacher hierzu nach der Rückkehr erklärte, habe die Gruppe zum Abschluss zahlreiche Vorschläge unterbreitet, die eine große Bandbreite abdeckten.

Die Palette reichte hier von einer nicht so restriktiven Asyl- und Zuwanderungspolitik über eine intelligentere Finanzierung der Integration sowie eine stärkere Förderung und Anerkennung von bürgerschaftlichem Engagement in den Schulen bis hin zur Forderung an die Bundesregierung, diversen Projekten zwischen deutschen Vereinen und Organisationen von Migranten mehr Mittel zukommen zu lassen.

In seinem Workshop mit dem Impulsgeber Professor Dr. Sebastian Braun vom Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie MdB Sibylle Laurischk (FDP) sei es vor allem darum gegangen, herauszuarbeiten, wie es gelinge, bürgerschaftliches und somit politisches Engagement hin zu mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit zu mehr Integration zu fördern, ergänzte der Abiturient.

Marco Hess, der 2009 in der Kategorie "Junge Macher" des Landes Baden-Württemberg den ersten Platz belegte, PC-Kurse für Erwachsene und Jugendliche leitet, der Schülervertretung angehört, die Auftritte im Internet für das Martin-Schleyer-Gymnasium Lauda, die Seelsorge-Einheit und die 680-Einwohner-Gemeinde Oberbalbach betreut sowie in kommunalen Gremien aktiv mitarbeitet, führte abschließend zu seiner Motivation aus: "Mir liegt viel daran, die Verständigung zwischen den Generationen zu fördern und dort noch vorhandene Vorurteile anzugehen und abzubauen sowie Jung und Alt zu vernetzen und voneinander lernen zu lassen. Ich versuche, die Integration durch Projekte, politisches Handeln und Aktionen voranzutreiben und gleichzeitig als Vorbild auch andere Jugendliche zu animieren, sich ebenfalls zu engagieren und dadurch positive Aspekte in die Gemeinschaft einzubringen." bix



© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 30.04.2012

 
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