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Vortrag: Dr. Inge Gräßle referierte in Oberbalbach

"Deutschland braucht Europa"

OBERBALBACH. "Deutschland braucht Europa": So lautete die Kernaussage von Dr. Inge Gräßle, Mitglied des Europäischen Parlaments und in der CDU zuständig für den Main-Tauber-Kreis, die nun in einem breit angelegten Referat ausführlich auf diese Thematik einging. Zu der Veranstaltung im Gasthaus "Zum Hirschen" in Oberbalbach hatten sich dabei mehr als 30 Zuhörer nicht nur aus der Gemeinde selbst, sondern auch von auswärts eingefunden.

Der Besuch einer solch' hochrangigen Politikerin bedeute schon eine Besonderheit im 700-Seelen-Ort, bekannte eingangs der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes, Christian-Andreas Strube, der neben den Vertretern von Junger Union und Senioren-Union auch die lokalen Mandatsträger willkommen hieß. Nachdem Strube kurz den Werdegang der früheren Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg (1996 bis 2004 für den Wahlkreis Heidenheim) geschildert hatte, befasste sich Dr. Inge Gräßle zuerst mit der derzeitigen Finanzmarktkrise, die man aber mit Hilfe des starken Euro bewältigen werde, wie sie versicherte.

"Zu früheren D-Mark-Zeiten wäre dies nur schwerlich möglich gewesen", behauptete das Mitglied im Haushalts- und -kontrollausschuss, die sich danach näher mit den Gründen der von den USA ausgehenden Problematik beschäftigte. Das Geld in Deutschland sei nach wie vor sicher, äußerte die parlamentarische Geschäftsführerin der insgesamt 49 CDU/CSU-Europaabgeordneten, die sich durch einen Wahlsieg von Barack Obama entsprechende Veränderungen in den Vereinigten Staaten von Amerika erhoffte.

Im Europäischen Parlament bemühe man sich momentan, die Folgen abzufedern und dann die Ursachen zu bekämpfen, erwähnte die Sprecherin der größten Fraktion, der konservativen EVP, die im Anschluss die unterschiedliche Vorgehensweise der Mitgliedsstaaten bei Einwanderern kritisch hinterfragte. Fest stehe allerdings, dass sich durch die EU der Wohlstand in den vergangenen zehn Jahren verbessert habe, was sich auch auf dem Arbeitsmarkt widerspiegele, so Dr. Gräßle. Sie wies darauf hin, dass Deutschland im Export stark von Europa abhänge.

27 Mitgliedsstaaten seien genug, weshalb sie weiteren Ländern in der jetzigen Situation keine Chancen einräume, lenkte die Referentin dann den Blick unter anderem auf die Türkei, ehe sie nach einem Abstecher zu den erneuerbaren Energien, denen die Zukunft gehöre, das Augenmerk noch ausgiebig auf Baden-Württemberg richtete. Man erhalte hier von der EU für sieben Jahre Mittel für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, wusste die stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen-Union, die eine Stärkung der Agrarwirtschaft befürwortete, was sie mit etlichen Anregungen verband.

Dem informativen Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an. In ihrem Schlusswort forderte die Referentin Dr. Inge Gräßle alle Funktionsträger im Raum auf, ihre Mitmenschen zu motivieren, den wichtigen Gang zur Urne anzutreten: "Am 7. Juni finden ja außer den Kommunal- auch Europawahlen statt."


Fränkische Nachrichten vom 04. November 2008
 
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