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Tennis: Die 14-jährige Selina Leber aus Oberbalbach vertritt die Region bei den Württembergischen Meisterschaften / Viermal die Woche Training in Bad Mergentheim

Der Schläger fliegt schon mal durch die Halle

Bad Mergentheim/Oberbalbach. Ein Tennisass vom Kaliber eines Boris Becker gibt es in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr. Und auch eine Steffi Graf wird im Leistungssport schmerzlich vermisst. Der Dainbacher Daniel Müller ist einer der wenigen aus dem Main-Tauber-Kreis, der es in der jüngsten Vergangenheit im weißen Sport national weit nach oben gebracht hat. "Dies liegt aber nicht daran, dass es etwa keine Talente gibt", so der 22-Jährige schon Ende letzten Jahres im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Denn die seien durchaus vorhanden, lediglich deren Förderung an der Basis lasse etwas zu wünschen übrig.

Die 14-jährige Selina Leber aus Oberbalbach "ist ein solches Talent aus der Region", das nach Auskunft ihres Trainers Daniel Müller, der im Übrigen auch in der bevorstehenden Saison für Tennis-Bundesligist Grün-Weiß Mannheim an den Start geht. "Sie hat die Voraussetzungen, um sportlich etwas zu erreichen", meint er und freut sich, mit ihr Anfang Februar bei den Württembergischen Meisterschaften in Stuttgart-Stammheim an den Start gehen zu können.

"Ich spiele Tennis, seit ich fünf Jahre alt bin", erzählt Selina Leber, die aus einer Sport begeisterten Familie stammt. Seit etwa vier Jahren tue sie dies so, dass es mehr sei, als nur ein Hobby. "Ich trainiere viermal die Woche und bin ehrgeizig genug, sportlich etwas erreichen zu wollen." Für sie seien die regelmäßigen Übungseinheiten nicht Last, sondern Lust, "wichtig ist, dass ich mit dem nötigen Spaß bei der Sache bin". Und dies sei der Fall, dies bleibt dem außenstehenden Betrachter auch nicht verborgen, wenn er Selina Leber dabei beobachtet, wie sie auf dem Court gekonnt ihrem Coach die kleinen gelben Filzkugeln nur so um die Ohren haut. "Hervorragend, sehr gut gemacht", kommt dann schnell das Lob von der anderen Seite, was die 14-Jährige als zusätzliche Motivation empfindet.

"Selina ist zurzeit so etwas wie unser sportliches Aushängeschild", beschreibt Daniel Müller, der zusammen mit seinem Spezi Michael Haller seit einigen Monaten die Bad Mergentheimer Sporthalle betreibt und das Tennis als Leistungssport in der Region fördern will. Die Oberbalbacherin ist auch dankbar dafür, dass sie die Möglichkeit besitze, recht heimatnah solch eine Trainingsmöglichkeit zu haben. Dies sei für die amtierende Bezirksmeisterin der Altersklasse U 16 eine enorme Erleichterung auf dem Weg nach oben. Selbigen will sie behutsam und schrittweise gehen, um sich einen Traum zu erfüllen: "Mein großer Wunsch ist es, später mal Turniere außerhalb von Deutschland zu spielen." So wie es ihr Coach geschafft hat, der als Jugendlicher unter anderem in Wimbledon am Start war.

"Selina hat wirklich gute Voraussetzungen, um den eingeschlagenen Weg weiter mit Erfolg zu beschreiten", urteilt ihr Coach über sie. "Eine ihrer Stärken ist das aggressive Grundlinienspiel. Ebenso klappen die Bewegungsabläufe auf dem Feld bereits hervorragend." Dem gegenüber gebe es beim Aufschlag noch einiges zu verbessern.

In einer Sache steht Selina, die Rafael Nadal und Maria Sharapova als ihre sportlichen Vorbilder nennt, den Großen schon jetzt in nichts mehr nach: Wenn sie sich ärgert, könne es schon mal sein, dass der Schläger durch die Halle fliegt. Und auch verbal äußere sie hin und wieder lautstark ihren Unmut, lässt Daniel Müller mit einem Augenzwinkern wissen.

Schule und Sport bringt die Nachwuchshoffnung sehr gut unter einen Hut, wie Selina Leber mitteilt. Das regelmäßige Training beeinträchtige keinesfalls ihre Freizeit, denn "es ist mehr als ein Hobby, es ist wesentlicher Bestandteil meiner Freizeit". Was ihr auch entgegenkommt ist die Tatsache, dass ihre Eltern voll und ganz hinter ihrem sportlichen Engagement stünden "und mich voll unterstützen". Da darf man gespannt sein, wohin der Weg von Selina Leber führt, der eingeschlagene lässt sich viel versprechend an.

 

Fränkische Nachrichten vom 22. Januar 2009

 
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