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Frauengemeinschaft Oberbalbach: Der 15-jährige Marco Hess gab einen Computerkurs für Erwachsene ab 45 und Senioren

Die Alten lernen von den Jungen

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Sehr erfolgreich verlief ein PC-Anfängerkurs der Frauengemeinschaft Oberbalbach für Erwachsene ab 45 und Senioren. Konzipiert und geleitet wurde der Kurs von dem 15-jährigen Gymnasiasten Marco Hess (3. von rechts) aus Oberbalbach, dem der Schüler Jonas Markert (vorne links) assistierte.

Von unserem Mitarbeiter Peter D. Wagner

Oberbalbach. Ein EDV-Anfängerkurs ist längst keine Besonderheit mehr, selbst wenn - wie bei einem jetzt in Oberbalbach zu Ende gegangenen Kurs - zahlreiche Senioren daran teilnehmen. Der Computerkurs für Erwachsene ab 45 und Senioren bei der Frauengemeinschaft Oberbalbach hatte jedoch eine außergewöhnliche Besonderheit, wurde er doch von einem gerade einmal 15 Jahre alten Schüler konzipiert und geleitet.

Begonnen hatte alles im vergangenen Jahr. Nach einem kleinen HTML-Computerkurs für Kinder und Jugendliche wurde Marco Hess, Gymnasiast aus Oberbalbach und Betreuer der Homepage der Ortschaft, von Stadtrat Christian Andreas Strube und vielen anderen Seiten angesprochen, ob er einen Computerkurs für Erwachsene und speziell für Senioren anbieten würde. "Ich fand diese Idee toll, denn ich halte es für wichtig, auch älteren Menschen noch PC-Wissen zu übermitteln", berichtet der jugendliche Kursleiter. So kam es, dass die Frauengemeinschaft zusagte, einen solchen Kurs gerne in Zusammenarbeit mit Hess anbieten zu wollen. Nach der Resonanz begeisterter Besucher eines Info-Abends im Oktober 2008 stand rasch fest, dass der Kurs realisiert werde.

Freilich war die neue Aufgabe für den Gymnasiasten mit einer besonderen Herausforderung verknüpft: Zwei Monate lang habe er sich intensiv vorbereitet, berichtet er. Mitte Januar startete der Kurs mit insgesamt elf Teilnehmern, darunter sieben Frauen und vier Männern, im Pfarrsaal Oberbalbach. Mit Jonas Markert konnte ein zweiter junger Schüler als Assistent gewonnen werden.
Für viele der Teilnehmer, die zuvor noch nie an einem PC gesessen waren, waren Browser, Desktop, Hard - und Software, Prozessor, Provider und Taskleiste neue Begriffe, die es zunächst theoretisch zu erklären galt, bevor der Umgang mit Maus, Tastatur und Bildschirm in der Praxis geübt werden konnte.

Die anfängliche Skepsis bei einigen Anfängern sei einer zunehmenden Zuversicht gewichen, erzählt Karl-Heinz Hilpert. Dies sei ein erheblicher Verdienst ihres jungen Kursleiters gewesen. "Marco hat es glänzend verstanden, uns durch seine Geduld, Disziplin und Bereitschaft, die Hemmschwellen und Ängste abzubauen, neugierig zu machen, uns zu motivieren und uns eine Menge beizubringen", lobte Hilpert stellvertretend für die anderen Kursteilnehmer. Trotz vieler Fragen habe Marco immer alles locker und bestens im Griff gehabt. "Seine Ausführungen und Anleitungen waren uns eine echte Hilfestellung", betonte Strube, der ebenfalls an dem Kurs teilnahm.

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!" - unter diesem Motto haben alle Beteiligten während der elf Kursabende an Erfahrung und an Wissen gewonnen. Die Kursteilnehmer akzeptierten den Kursleiter trotz seines jugendlichen Alters. "Es ist ihm gelungen, uns Erwachsene und Senioren zu domestizieren", scherzte Strube und fügte ernsthaft hinzu: "Es hat sich gezeigt, dass nicht nur die Jungen von den Alten lernen können, sondern auch umgekehrt".

Für den Nachwuchskursleiter war es seinen Angaben nach ebenfalls eine wichtige Erfahrung, für Erwachsene und Senioren ein Stück weit verantwortlich zu sein. "Oberbalbach ist eine engagierte Gemeinde, in der viele Bürger ehrenamtlich aktiv mitarbeiten und sich einbringen. Deshalb möchte ich auch als Jugendlicher dazu beitragen, die Attraktivität des Ortes zu verbessern. Ich denke, mit dem Computerkurs ist dies der Frauengemeinschaft und mir gut gelungen", gibt sich der junge Kursleiter sehr selbstbewusst.

Fortsetzung erwünscht

Der Erfolg zeigt sich zudem darin, dass alle Beteiligten an einer Fortführung des Kurses interessiert sind. Allerdings ist dies mit einem Wunsch verknüpft: Da das Thema Internet aufgrund eines fehlenden Anschlusses im Pfarrsaal nur in trockener Theorie behandelt werden konnte, fordern die Beteiligten einen Internetanschluss. "Mit einem Router könnte nicht nur der Pfarrsaal, sondern zugleich auch das benachbarte Bildungshaus mit einem Internetzugang versorgt werden", ergänzte Ortsvorsteher Joachim Markert. Markert würdigte Marcos Engagement als "vorbildlich". "Es ist typisch für eine funktionierende Dorfgemeinschaft, wenn Jugendliche älteren Menschen etwas beibringen können", meinte der Ortsvorsteher. In der heutigen Informationsgesellschaft sei es auch für Senioren interessant und wichtig, sich noch auf neue Technologien einzulassen.


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Quelle: Fränkische Nachrichten vom 04. April 2009
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